Nach ca. 6 Wochen Abstand und einigen Disskusionen mit Verwandten, Freunden und Bekannten und zurück im Alltag können wir nun unser Fazit ziehen:
Zu allererst: Thailand ist geil... Auch wenn sich das vllt. nicht immer so angehört hat und wir nach 4 Wochen Wahnsinn (und das war es wirklich) die Schnauze voll hatten und dem geregelten Leben in Deutschland entgegengesehnt haben- Thailand ist einfach richtig geil.
Für Leute die gerne mal einen ein bisschen anderen Urlaub verbringen wollen, denen aber ein Trip durch Afghanistan dann aber doch etwas zu Hardcore ist, ist es genau das Richtige, denn man muss sich nur an die Straße stellen und dumm gucken und einem wird jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Zudem ist man wirklich sicher unterwegs. Wir hatten nur ein einziges Mal eine Situation wo wir uns etwas unbehaglich gefühlt haben (vgl. "Die endlos lange Reise") und da waren wir so im Nachhinein gesehen auch selbst schuld dran. Natürlich gibt es die "ein oder anderen" Abzock-Tricks, man muss aber auch immer bedenken um welche Dimensionen es sich hier handelt. Sind 250 Euro für einen Maßanzug in Thailand schon Abzocke, ist es in Deutschland ein Schnäppchen. Und man kann doch den Leuten dort auch mal was gönnen, oder?;-) Man muss wirklich aufpassen, dass man nicht in den "Schnäppchen-Wahn" verfällt, was sehr leicht passiert. Leider verliert man dabei den Blick für das Wesentliche. Und ob man jetzt für ein Tshirt 1,50 Euro oder 2,00 Euro bezahlt spielt ja wohl wirklich keine Rolle...
Große Strecken kann man in kürzester Zeit und ohne viel Aufwand und Kosten zurücklegen. Das Reisen im Land ist somit auch wirklich sehr einfach. Für uns manchmal fast schon ZU einfach. Wenn man allerdings versucht die Beförderungsmittel zu benutzen, die auch die Einheimischen benutzen wird es einem wirklich schwer gemacht. Man wird geradezu in eine Schublade gesteckt ("Du bist Tourist, du musst da lang") und bekommt gar keine Chance Land und Leute von ihrer ursprünglichen Art kennen zu lernen. Wir haben weitgehend versucht auf Touristenattraktionen wie Elefantenreiten und Affenshows zu verzichten, natürlich auch um den schlechten Umgang mit den Tieren nicht zu unterstützen. Und manchmal haben wir es sehr bedauert, dass die meisten Thais nur auf unser Geld aus und wahrscheinlich auch nur deshalb freundlich waren. Ob es den Beinamen "Land des Lächelns" wirklich verdient hat, ist fraglich. . Bei einem Land, das so von Tourismus geprägt ist, ist das wohl ein fader Beigeschmack. Auffällig war jedoch, dass vor allem ältere (und meistens auch sehr arme) Menschen ein Lächeln immer erwidert haben und einem dabei richtig warm ums Herz wurde, weil man gemerkt hat dass es eine aufrichtige Geste war.
Zu der Reisekatalogvorstellung, die die meisten von Thailand haben, muss man sagen dass wir diese so nicht erlebt haben. Vielleicht waren wir auch einfach nur zur falschen Zeit da. Die Strände waren zwar teilweise sehr schön, aber nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben.
Das Leben auf den Inseln im Süden Thailands ist trotzdem einmalig. Dort scheinen andere Gesetze zu gelten, die Zeit steht still und man weiß eigentlich gar nicht was man mit dieser neugewonnen Entspanntheit anfangen soll. In einer kleinen abgelegenen Bucht gibt es kein Internet, keinen Supermarkt und kein "Ich geh mal eben zurück in die Zivilisation". Diese ist nämlich 10 km und ungefähr 150 metertiefe Schlaglöcher entfernt und die Fahrt dorthin kostet satte 10 Euro. Dafür gibt es dich und mich, das kleine süße Bambushüttchen, ein paar Tierchen und viiiieele Kokosnüsse.
Und nun, last but not least, ein paar Worte zu Bangkok: Der absolute Alptraum, aber auf eine gewisse Art und Weise auch das Faszinierendste und tollste was wir je gesehen haben...
"Die Stadt der Engel"... Kinderprostitution, Verbrechen, Armut, Verkehrschaos, Gestank und Dreck gehören zu ihr wie der Dom zu Köln. Einerseits will man so schnell wie möglich dort weg, andererseits kann man nicht glauben, dass eine Stadt so abstoßend sein kann und will mehr von ihr sehen. Viele lassen sich vom ersten Eindruck täuschen und verlassen sie schleunigst wieder. Wir haben es nicht getan und ganze 1,5 Wochen dort verbracht. Wir haben gelernt, wie man sich von A nach B bewegt ohne auf Tuk Tuk und Co. angewiesen zu sein und haben sie kennen und lieben gelernt.
Thaiminator schreibt folgendes: "Welch eine Stadt! Weltoffener als San Francisco, exotischer als Hong Kong, größer als London, raffinierter als Paris, preiswerter als Palma, freundlicher als Kopenhagen, entspannter als Katmandu, wuseliger als Singapur, lebensfroher als Rio, heißer als Kairo, undurchsichtiger als Moskau, schöner als Venedig, näher als Sydney. Und das auch noch: jenseits von Slums und Rotlichtvierteln sicherer als Bielefeld.
Manchen öffnet sich die Stadt. Anderen verweigert sie sich, schickt sie nach Hause oder an belanglose Traumstrände."
Uns hat sie sich geöffnet...
Langsam könnte man zum Ende kommen, obwohl es noch so unendlich viel zu berichten gäbe.
Das hier ist nur unser Eindruck gewesen, andere empfinden das alles ganz anders. Da muss sich wohl jeder selbst ein Bild machen... Wir können sagen, dass es sich auf jeden Fall lohnt, denn dieses Land bietet unheimlich viel. Und das nicht nur weil es billiger ist als der Ballermann in Malle;-) Unser letzter Urlaub dort wird es nicht gewesen sein. Das nächste Mal werden wir vieles anders machen und von vorne rein etwas entspannter an die Sache rangehen. Auch wenn das nicht gleich nächstes Jahr sein wird. Unser Herz hat Thailand auf jeden Fall für sich gewonnen...
Wir hoffen ihr hattet Spaß mit unserem Blog, vllt. machen wir ja irgendwann hier weiter:-)
*Boris und Verena*
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